ATP Wetten in der Schweiz: Tour, Anbieter und Wettarten im Überblick

Updated Oktober 2026
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Wer in der Schweiz auf Herrentennis wetten will, hat mit Swisslos und der Loterie Romande zwei Anbieter zur Auswahl, die über eine Schweizer Bewilligung verfügen. Beide stehen unter der Aufsicht der Gespa, beide bieten nur das, was auf der bundesweiten Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten steht, und beide verlangen vor der ersten Wette eine Identitätsprüfung sowie selbst gesetzte Verlustlimiten. Wer sich stattdessen für einen ausländischen Anbieter entscheidet, der keine Schweizer Bewilligung besitzt, verzichtet auf den hierzulande geltenden Spielerschutz. Im Folgenden erfahren Sie, wie die ATP-Saison strukturiert ist, welche Faktoren die Quote beeinflussen und wie Angebote wie der «Boost» bei Sporttip funktionieren.

Ein Sandplatz im ersten Morgenlicht, die Linien sind frisch gezogen, das Netz bewegt sich leicht im Wind, Berge im Dunst.
Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere.

Stand: 20 Oktober 2026 | Geprüft gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026) sowie die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2).

Spielplan der ATP Tour von Januar bis November

Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Die Saison 2026 startete am 2. Januar, das Herreneinzel-Finale der Australian Open entschied Carlos Alcaraz gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 für sich.

Eine hohe Schiedsrichterleiter aus Metall steht unbesetzt neben einem Hartplatz, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen.

Die Tour besteht aus drei regulären Kategorien, deren Status darüber entscheidet, wie viele Punkte ein Spieler sammeln und wieviel Preisgeld ein Turnier ausschütten kann.

Oberhalb der ATP Tour stehen die vier Grand Slams, die der Weltverband ITF organisiert und nicht zur ATP Tour gehören — Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open. Den Abschluss jeder regulären Saison markieren die ATP Finals im November mit den acht besten Spielern der Jahreswertung. Wer unterhalb der ATP Tour spielt, steigt über die ATP Challenger Tour oder die ITF Future Tour auf.

Für den Wettenden bedeutet das vor allem: Die meisten ATP-Turniere und alle Masters 1000 stehen auf der Gespa-Liste, die meisten ATP 500 ebenfalls; ATP-250-Turniere in unüblichen Wochen können fehlen, dann ist auch bei einem lizenzierten Veranstalter keine Wette auf dieses Event möglich. Wer auf ein bestimmtes Turnier wetten will, prüft das Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport oder die Gespa-Liste selbst — die Liste entscheidet, nicht das Turnierprofil.

Die zwei Schweizer Veranstalter und ihr Angebot im Tennis

In der Schweiz dürfen seit 2019 nur noch zwei Stellen Sportwetten anbieten: Swisslos und die Loterie Romande. Jede bedient ihr eigenes Sprachgebiet, und wer dort ein Online-Konto eröffnen will, muss im Vertragsgebiet wohnen. Das ist keine Spielerei der Anbieter, sondern Vollzug des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51).

Eine Holzbank an einem Seeufer mit Blick auf eine Bergkette im Morgendunst, das Wasser ist spiegelglatt.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Swisslos Sporttip — Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein

Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die rechtliche Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein angeboten — das ist das Swisslos-Vertragsgebiet.

Wer dort wettet, findet ein Vollprogramm an Prematch- und Livewetten auf Tennis. Die reguläre Spielzeit entspricht der regulären Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Tiebreak zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder Gegenstand der Wette sind. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Im Geschäftsjahr 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe alimentiert. Aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.).

Loterie Romande Jouez Sport — Westschweiz

Die Loterie Romande organisiert das Pendant im französischen Sprachgebiet unter dem Namen Jouez Sport und ist in den sechs Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura aktiv. Sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Online-Konten werden unter jeux.loro.ch geführt.

Das Wettangebot im Tennis entspricht in der Struktur dem von Swisslos, ist aber auf den französischsprachigen Markt zugeschnitten. Auch hier gilt die Gespa-Liste: nur was dort steht, darf angeboten werden.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Neben den beiden bewilligten Veranstaltern findet sich im Netz eine ganze Reihe von Marken, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury — sie alle tragen den Hinweis «ohne Schweizer Bewilligung». Eine ausländische Lizenz aus Curacao, Malta oder anderswo hat hier keine Kraft: Das Geldspielgesetz (Art. 4 BGS) erklärt Schweizer Bewilligungen als ausschliesslich in der Schweiz gültig.

Was das praktisch heisst: Diese Anbieter nehmen Schweizer Spieler entgegen, sind aber nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen, kennen keinen Schweizer Schutz bei Streit und können jederzeit von der Gespa-Sperrliste erfasst werden. Die Gespa veröffentlicht eine Liste von Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren — Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Wer ein Konto bei einem blockierten Anbieter eröffnet, riskiert eine Kontosperre und keine Auszahlung der Gewinne nach Schweizer Recht. Das Organisieren solcher Wetten ist nach Art. 130 BGS eine Straftat — der Anbieter, nicht der Spieler.

Eine typische Werbung dieser Marken verspricht «100 % Bonus», «risikofreie Wette» oder «Boost-Quoten». Diese Versprechen kommen aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Marke, nicht aus Schweizer Recht. Wer auf solche Angebote eingeht, sollte mindestens prüfen: Welche Lizenz hat der Anbieter wirklich, in welchem Land ist sie ausgestellt, wer schlichtet bei Streit, und was geschieht mit dem Konto, wenn die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt? Eine «Malta-Lizenz» auf der Startseite ist noch keine Garantie — sie ist im Schweizer Kontext gar nichts.

Wie die Quote entsteht: Belag, Form und Marge

Eine Wettquote bei Swisslos oder der Loterie Romande bildet die implizite Wahrscheinlichkeit ab, die der Veranstalter dem Ausgang beimisst. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 %, eine Quote von 1.50 entspricht etwa 66.7 %. Keine Quote ist jemals eine Prognose — sie ist eine Wette des Anbieters gegen den Markt, ergänzt um seine Marge.

Die Rolle des Belags

Tennis ist die Sportart, in der der Belag die Quote am stärksten verzerrt. Ein Spieler, der auf Sand eine Quote von 1.5 bekommt, bekommt auf Hartplatz oder Rasen möglicherweise 2.5 — bei vergleichbarer Weltranglistenposition. Das ist kein Versehen: Der Sandplatz-Spezialist hat einen strukturellen Vorteil auf Sand, und der Buchmauer preist das ein. Wer ohne Belagskenntnis wettet, wettet gegen einen Teil der Quote, den er nicht kennt. Ein Beispiel: Carlos Alcaraz 2026 spielt seine Heimturniere bevorzugt auf Sand, Rafael Nadal war dafür berühmt — auf Rasen sinken ihre Quoten, auf Hartplatz bleiben sie moderater.

Form und Head-to-Head

Die Form der letzten Turniere fliesst direkt ein. Ein Spieler nach einem Drittrunden-Aussiedler bekommt tendenziell höhere Quoten als derselbe Spieler nach einem Finalwochenende. Beim Head-to-Head gilt: Manche Paarungen sind historisch einseitig, obwohl die Ranglistenposition das nicht hergibt. Wer Djokovic auf Rasen trifft, bekommt eine bessere Quote als derselbe Spieler auf Hartplatz.

Der Quotenschlüssel und die Marge

Der Quotenschlüssel ist der Anteil der Einsätze, den ein Markt insgesamt auszahlt. Für einen Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten bei 1.90:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.95 = 95 %

Die Marge ist 100 % − 95 % = 5 %. Das heisst: Von jedem Franken Einsatz auf diesem Markt zahlt der Anbieter im Mittel 95 Rappen zurück, 5 Rappen behält er. Bei Quoten von 1.85 / 1.85 sinkt der Schlüssel auf etwa 92.9 % (Marge etwa 7.1 %), bei 1.95 / 1.95 steigt er auf rund 97.4 % (Marge etwa 2.6 %). Je näher an 2.00 die Quoten sind, desto näher kommt die Marge null — was nie passiert, weil der Anbieter sonst nichts verdient.

Eine Marge von 5 % klingt klein, ist aber substantiell: Wer dauerhaft auf Tennis wettet, verliert im Mittel 5 % seines Einsatzes allein an die Marge, bevor irgendeine eigene Fähigkeit ins Spiel kommt. Wer bei mehreren Anbietern vergleicht, kann die Marge um ein bis zwei Prozentpunkte drücken — auf Dauer ein erheblicher Unterschied.

Wettarten im Tennis: von der Siegerwette zum Bet Builder

Tennis bietet eine vergleichsweise grosse Vielfalt an Märkten, weil das Spiel einfach strukturiert ist: zwei Spieler, ein Gewinner, optionale Sätze und Spiele. Die Gespa-Liste schreibt vor, welche dieser Märkte in der Schweiz angeboten werden dürfen — Eckball- und Kartenmärkte wie im Fussball gibt es hier naturgemäss nicht.

Spielsieger (Moneyline)

Die einfachste Wette: Wer gewinnt das Match? Drei-Wege-Märkte mit Tiebreak als eigene Option gibt es im Tennis selten, weil das Spiel fast immer einen Sieger hat; bei Aufgabe oder Disqualifikation zählt der Spieler, der offiziell weiterkommt. Die reguläre Spielzeit endet für Wettzwecke am Ende des entscheidenden letzten Punktes, nicht am Ende eines hypothetischen dritten Satzes.

Satzwetten

Satzwetten fragen, ob ein Spieler das Match 2:0 gewinnt (oder 3:0 bei Grand Slams bei Herren). Diese Märkte haben in der Regel eine höhere Marge als die einfache Siegerwette, weil die Quote den «Sweep»-Bonus einpreist.

Handicaps

Beim Handicap-Tennis bekommt der Aussenseiter einen Satz oder eine Spieleanzahl Vorsprung; ein -3.5-Spielehandicap auf den Favoriten bedeutet, dass dieser das Match mit mindestens vier Spielen Differenz in der Satzsumme gewinnen muss. Handicap-Märkte verteilen das Risiko gleichmässiger, weil auch bei einem knappen Sieg eine Handicap-Wette auf den Aussenseiter treffen kann.

Über/Unter Spiele

Diese Märkte fragen nach der Gesamtanzahl Spiele im Match (zum Beispiel Über 21.5 oder Unter 22.5). Sie eignen sich, wenn die Spielerprofile ähnlich sind und ein langes Match wahrscheinlich ist — zwei grosse Serverspieler spielen erfahrungsgemäss mehr Spiele als ein Serve-Volley-Spezialist gegen einen Return-Profi.

Bet Builder und Kombiwetten

Beim Bet Builder werden mehrere Voraussagen desselben Matches kombiniert. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Eine Kombiwette über mehrere Matches multipliziert die Einzelquoten zur Gesamtquote — was den möglichen Gewinn vervielfacht, aber die Trefferwahrscheinlichkeit entsprechend senkt.

Cash-Out und Livewetten

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass der Anbieter Cash-Out für jeden Markt anbietet. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00.

Boosts und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein «Boost» von 25 % klingt gross, ist aber konditioniert — er gilt auf eine konkrete Quote, auf eine konkrete Wette, oft auf einen Tag. Wer seinen Wett-Stil auf Boosts ausrichtet, wettet auf das Marketing, nicht auf das Spiel.

Der Kombiboost: was Bonus-Prozent auf eine Quote wirklich bringen

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Ein Rechenbeispiel: Eine Kombiwette mit fünf Voraussagen à Quote 1.50 hätte eine Gesamtquote von 1.50⁵ = 7.59. Bei einem Einsatz von CHF 10 wäre der Bruttogewinn 75.90, der Nettogewinn 65.90. Mit dem Kombiboost für sieben Voraussagen à 1.50 (Gesamtquote 17.09) bei gleichem Einsatz: Bruttogewinn 170.90, Nettogewerbe 160.90, mit 20 % Boost auf den Nettogewinn also etwa 193.10 CHF.

Der Haken liegt in der Trefferwahrscheinlichkeit. Eine Einzelwette zu 1.50 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 66.7 % (ohne Marge). Bei sieben solcher Wetten multiplizieren sich die Wahrscheinlichkeiten: 0.667⁷ ≈ 4.9 %. Das heisst: Rund 95 von 100 Versuchen verlieren, fünf gewinnen. Der 20-%-Boost macht den Gewinn grösser, ändert aber nichts daran, dass die meisten Wetten leer ausgehen. Wer den Boost systematisch ausnutzt, muss langfristig gegen die Marge jedes Einzelspiels gewinnen — was ohne sehr tiefe Marktkenntnis selten funktioniert.

Was passiert, wenn ein Match verschoben wird?

Bei Sporttip werden Wetten auf ein abgesagtes oder verlegtes Ereignis behandelt, wie die Spielregeln es vorsehen. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb der von Swisslos festgelegten Nachholfrist nachgeholt, wird die Wette in der Regel mit Quote 1.00 gewertet und der Einsatz zurückerstattet. Die Frist ist im Einzelfall im Wettprogramm angegeben; ohne Angabe gilt eine Frist von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Termin.

Im Tennis kommt das häufiger vor als in anderen Sportarten: Regen, Dunkelheit oder eine Verletzung können ein Match inmitten eines Satzes unterbrechen. Wer seine Wette zu Beginn des zweiten Satzes platziert hat, dessen Wette kann noch in derselben Partie entschieden werden — das ist kein Abbruch im Sinne der Spielregeln, sondern eine Spielunterbrechung. Der Status der Quote wird am Tag nach Spielbeginn fortgeführt, nicht am ursprünglichen Wetttermin.

Wer in der Schweiz wetten darf

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — wer auf der ATP-Tour spielt, kann nicht gleichzeitig auf ein ATP-Match wetten. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, und es darf keine Spielsperre bestehen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer seinen Wohnsitz in den Kantonen Genf, Waadt oder einem anderen Westschweizer Kanton hat, kann sich nicht bei Swisslos registrieren — er fällt in das Vertragsgebiet der Loterie Romande. Ein Konto bei einem ausländischen Anbieter können Schweizer rechtlich eröffnen, der Anbieter akzeptiert aber unter Umständen keine Schweizer oder verlangt Schweizer Ausweisdokumente.

Verlustlimiten und Spielsperre

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999; unter 21 Jahren liegt das Maximum bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz (Art. 87 VGS) sieht eine Frist von 24 Stunden vor — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer spezialisierten Stelle. Wer sich sperrt, hat keinen Anspruch mehr auf Auszahlung von Stakes oder Gewinnen aus dem gesperrten Konto.

Besteuerung von Gewinnen

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn — ab 1. Januar 2026 liegt die eidgenössische Schwelle bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer zurück, die der Spielende durch Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückfordern kann. Die kantonalen Schwellen unterscheiden sich — wer über einem allfünfstelligen Gewinn liegt, fragt kantonale Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.

Ein typischer Wettgewinn liegt unter den Meisten Steuerfreibeträgen: Keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, unterliegt keiner Schweizer Verrechnungssteuer; die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Eine allgemeingültige Aussage zur Besteuerung von Offshore-Gewinnen gibt es nicht, weil sie je nach Kanton anders behandelt werden.

Werbung, Boni und das Gesetz

Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS). Gratisspiele und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos.

Die Konsequenz für die Wettenden: Jeder Bonus, jede Promotion und jeder «Gutscheincode» auf einer Schweizer Plattform ist von der Gespa genehmigt. Bei ausländischen Plattformen gilt sie nicht, und es gibt keine Schweizer Instanz, die dort eingreift. Eine Plattform, die auf Schweizer Kunden wirbt, ohne bewilligt zu sein, macht sich strafbar — die Plattform, nicht der Kunde.

Wettgewinn berechnen

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote (Produkt der Einzelquoten). Das Resultat wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Beispiel: Eine Einzelwette zu Quote 2.10 mit Einsatz CHF 50 ergibt 50 × 2.10 = 105.00 CHF, abgerundet auf 5 Rappen genau sind das 105.00 CHF (der Wert bleibt). Eine Kombiwette aus drei Wetten mit Einzelquoten 1.80, 2.20 und 1.95 hat die Gesamtquote 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722; bei Einsatz CHF 20 sind das 154.44 CHF, abgerundet auf 5 Rappen genau 154.40 CHF.

Der Nettogewinn ist der Bruttogewinn minus Einsatz: bei Quote 2.10 und Einsatz 50 sind das 105 − 50 = 55 CHF; bei der Dreier-Kombi 154.40 − 55 = 99.40 CHF. Die Quote ist eine Voraussage des Anbieters, keine Garantie — die Marge ist im Preis eingepreist, nicht im Gewinn.

Vergleich der Schweizer und ausländischen Anbieter

Marke Schweizer Verpflichtung Bewilligung oder Status
Swisslos Sporttip Bewilligung Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (Gespa); Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (Gespa); Westschweiz
Rabona ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
PowBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung
BetFury ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz nicht festgestellt; keine Schweizer Anerkennung

Die Tabelle zeigt die Front, an der sich die Auswahl entscheidet: Bewilligung oder nicht. Wer in der Schweiz wettet, kann zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern wählen, beide unter Schweizer Aufsicht, beide mit Zugang zum Schweizer Sperrregister, beide mit Schweizer Rechtsweg. Die ausländischen Marken sind nicht verboten, aber nicht zugelassen — und genau das ist der Unterschied. Bei einer Streitigkeit mit Sporttip hilft die Gespa-Beschwerdestelle; bei einer Streitigkeit mit einem ausländischen Anbieter hilft die Gespa nicht, weil sie nicht zuständig ist.

Welcher Anbieter passt zu welchem Spielstil

Swisslos Sporttip — für den vollen Katalog

Sporttip ist die Anlaufstelle für Spieler in der Deutschschweiz und im Tessin. Das Angebot an Tennis-Märkten entspricht der Gespa-Liste, die in der Schweiz zugelassenen Märkte sind abgedeckt. Das Cash-Out gibt es vollständig oder gar nicht, nicht teilweise. Boosts und Profitboosts sind zeitlich und im Einsatz limitiert; der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50. Wer regelmässig auf Tennis wettet und das volle Wettprogramm schätzt, ist hier richtig.

Loterie Romande Jouez Sport — das Westschweizer Pendant

Die Loterie Romande bedient Spieler in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Wettangebot im Tennis ist ähnlich strukturiert wie das von Sporttip, aber sprachlich und kulturell auf den französischsprachigen Markt zugeschnitten. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, hat keine andere Schweizer Wahl.

Ausländische Anbieter — für wen sie überhaupt in Frage kommen

Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury haben eines gemeinsam: Sie sind in der Schweiz nicht zugelassen. Sie können nicht in den Schweizer Sperrregister eingetragen werden, weil dieses Register nur für in der Schweiz gesperrte Personen gilt. Sie sind auch nicht an Schweizer Verlustlimiten gebunden, weil diese für ausländische Anbieter nicht gelten. Sie können jederzeit auf der Druck der Gespa-Sperrliste landen.

Wer trotzdem dort spielt, sollte verstehen, was er eintauscht: Eine breitere Auswahl an Märkten, an Zahlungsmethoden und oft höhere Bonusangebote gegen den Verlust des Schweizer Schutzes. Bei einer Streitigkeit hilft die Gespa nicht; der Anbieter sitzt im Ausland, sein Rechtsweg ist ausländisch, und wenn die AGB einen Gerichtsstand in Curacao oder Malta vorsehen, muss der Spieler dort klagen — oder auf das Geld verzichten. Wer einen ausländischen Anbieter nutzt, sollte das als bewusste Entscheidung gegen die Schweizer Aufsicht verstehen, nicht als technische Variante des gleichen Spiels.

Verantwortungsvolles Wetten: was jede Plattform dem Spieler mitgibt

Vor der ersten Einzahlung verlangt Sporttip eine Registrierung mit Ausweis-Upload. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist kein Bonusprogramm, sondern Pflicht — die Gespa macht es zur Auflage (Art. 47-52 VGS). Wer bei einem ausländischen Anbieter ohne Ausweis spielen kann, hat eine Plattform ohne Schweizer Verpflichtungen.

Wer sich vor der ersten Wette fünf Minuten mit den Limiten beschäftigt, spart sich fünf Wochen Reue. Die Verlustlimite ist nicht die Höchstgrenze, die der Staat setzt — der Staat setzt sie nicht. Sie ist die Grenze, die der Spieler sich selbst setzt, und sie gilt sofort, wenn sie gesenkt wird, und nach 72 Stunden, wenn sie erhöht wird. Wer mit einer Erhöhung der Limite warten muss, hat Zeit, den Wunsch noch einmal zu prüfen. Wer das Limit gar nicht setzt, hat die Möglichkeit nicht genutzt, die das Geldspielgesetz ihm gibt.

Die Spielsperre ist kein Eingeständnis von Schwäche — sie ist ein Werkzeug. Eine Selbstaussperrung für 1 bis 180 Tage ist möglich, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein. Wer einmal den Verdacht hat, dass das Wetten nicht mehr im Griff ist, sollte die Sperre setzen, nicht die Limite erhöhen.

Häufige Fragen

Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?

In der Schweiz darf nur gewettet werden, was auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten steht (Version vom 10.09.2026). Die meisten ATP-Masters-1000- und ATP-500-Turniere sind dort aufgeführt, ebenso die Grand Slams und die ATP Finals. ATP-250-Turniere können je nach Woche fehlen. Das konkrete Wettprogramm bei Sporttip und Jouez Sport gibt den aktuellen Stand wieder und ist die schnellste Prüfung vor der Platzierung.

Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?

Die Quote bildet die implizite Wahrscheinlichkeit ab, ergänzt um die Marge des Anbieters. Belag, Form und Head-to-Head fliessen ein; ein Sandplatz-Spezialist bekommt auf Sand eine niedrigere Quote als auf Hartplatz. Bei Quoten von 1.90/1.90 zahlt der Markt rund 95 % der Einsätze zurück, die Marge beträgt etwa 5 %.

Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?

Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb der im Wettprogramm angegebenen Frist nachgeholt — ohne Angabe gilt eine Frist von 48 Stunden — wird die Wette mit Quote 1.00 gewertet und der Einsatz zurückerstattet. Bei Livewetten wird die Wette unabhängig von der Übertragung gewertet; Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs werden mit Quote 1.00 bewertet.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Quote; bei Kombiwetten ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten. Der Nettogewinn ist der Bruttogewinn minus Einsatz. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?

Vor der ersten Wette müssen Spielende bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Eine Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen.

Erstellt vom Redaktionsteam „Tenniswettenguide”.

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