1×2-Wette in der Schweiz: was Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg konkret heissen
Wer «1X2» auf einem Wettschein sieht, bekommt als Erstes eine kleine Zahl mit drei Ziffern und einen Wettmarkt darunter. Dahinter steckt die einfachste aller Fussballwetten: drei mögliche Resultate in regulärer Spielzeit, dazu eine Quote pro Ausgang. Dieses Wort hat in der Schweiz aber noch eine zweite Bedeutung, die bei jeder Wette mitschwingt. Nur zwei Veranstalterinnen sind bewilligt, und die Quote, der Einsatz und die Limite hängen direkt an dieser Bewilligung.

Stand 20 Oktober 2026: Die Angaben wurden gegen die Spielregeln der beiden bewilligten Organisatorinnen sowie gegen die geltende Fassung des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) und die Aufsichtspraxis der Gespa abgeglichen.
Inhaltsverzeichnis
- Was die Grundlagen der 1×2-Wette sind
- Die Rechtslage in der Schweiz: nur zwei Veranstalterinnen sind bewilligt
- Spielerschutz: was die beworbene Wette an Selbstbeherrschung voraussetzt
- Wettmärkte rund um die 1×2-Wette und wie sich die Quoten zusammensetzen
- Wer in der Schweiz 1×2-Wetten anbietet – und wer nicht
- Häufige Fragen zur 1×2-Wette
Was die Grundlagen der 1×2-Wette sind
Eine 1×2-Wette, auch Dreiweg-Wette oder «Siegwette» genannt, ist die simpelste Form, eine Fussballpartie zu tippen. Statt vieler Spezialmärkte – Ecken, Karten, Torschützen – steht genau eine Frage im Raum: Wer gewinnt? Genau genommen gewinnt eines von drei Teams, oder es endet unentschieden. Wer tippt, wählt einen dieser drei Ausgänge und setzt einen Betrag. Liegt die Partie am Ende so, wie getippt, wird der Einsatz mit der vorher festgelegten Quote multipliziert und ausbezahlt. Liegt die Partie anders, ist der Einsatz weg.

Die drei Ziffern sind keine Hochrechnungen, sondern feststehende Begriffe aus dem Wettprogramm. «1» steht für den Heimsieg – die Heimmannschaft gewinnt das Spiel. «X» (manchmal auch als «0» geschrieben) steht für das Unentschieden nach Ablauf der regulären Spielzeit. «2» steht für den Auswärtssieg – die Gastmannschaft gewinnt. Wer beim Tippen das «X» ankreuzt, wettet also explizit auf ein Remis, nicht auf eine ungefähre Tendenz.
Was dabei oft übersehen wird: die reguläre Spielzeit zählt. Beim Fussball heisst das 90 Minuten plus die vom Schiedsrichter angehängte Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist – etwa in einem K.o.-Spiel, bei dem ausdrücklich «inkl. Verlängerung» steht. Wer eine Wette auf das Unentschieden platziert und das Spiel geht erst in der Verlängerung in eine Entscheidung, gewinnt trotzdem: in den 90 Minuten war das Resultat eben unentschieden. Diese Regel ist im Sporttip-Reglement ausdrblich so formuliert.
Eine 1×2-Wette lässt sich mit anderen Voraussagen zu einer Kombiwette verbinden. Wer etwa Heimsieg bei YB gegen Basel und Auswärtssieg Servette gegen Lausanne tippt, bekommt die zwei Einzelquoten multipliziert als Gesamtquote angezeigt. Gewonnen ist die Kombi nur, wenn jede einzelne Voraussage eintrifft – ein falsches Bein, und der ganze Einsatz verfällt. Beim Sporttip-Kombiboost, der nur online gilt, steigt der Bonus auf den Nettogewinn mit der Anzahl der Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen – wobei jede Einzelquote mindestens 1.50 betragen muss und der maximale Bonus gedeckelt ist.
Die Rechtslage in der Schweiz: nur zwei Veranstalterinnen sind bewilligt
Die wichtigste Tatsache zuerst, weil sie über jeder einzelnen Wette steht: In der Schweiz dürfen Fussballwetten – und jede andere Sportwette – nur von zwei Organisatorinnen angeboten werden. Das Geldspielgesetz (BGS) zählt Sportwetten zu den Grossspielen, und der Bund hat diese Sparte zwei interkantonalen Lotteriegesellschaften überlassen. Swisslos führt ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip, die Loterie Romande unter dem Namen Jouez Sport. Beide brauchen je eine Veranstalterbewilligung und je eine Spielbewilligung pro Produkt, beide stehen unter der Aufsicht der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht), dem gemeinsamen Kontrollorgan der Kantone.

Die Aufteilung ist geografisch. Sporttip deckt die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein ab – konkret 20 Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH) plus Tessin und Liechtenstein. Jouez Sport deckt die Westschweiz ab – die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss im jeweiligen Vertragsgebiet Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben und mindestens 18 Jahre alt sein; jede Person darf sich nur einmal registrieren, und der Ausweis wird gegen die Adressdatenbanken geprüft. Wer aus dem einen Gebiet ins andere zieht, kann das Konto nicht einfach mitnehmen – eine Neueröffnung beim zuständigen Veranstalter ist nötig.
Wetten darf man nur auf das, was auf der Gespa-Liste steht – eine geschlossene Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; in der Fassung vom 10.09.2026 fehlen Eckball- und Kartenmärkte ebenso wie ein Esports-Abschnitt. Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Was darauf steht, unterliegt zusätzlichen Einschränkungen – Qualifikationsspiele zählen nur, wenn die Liste es ausweist, Frauenwettbewerbe nur dort, wo sie gelistet sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wettkämpfe, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Was eine ausländische Bewilligung in der Schweiz wert ist: nichts. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land gilt hier nicht (Art. 4 BGS). Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat keinen Schweizer Rekursweg, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keine Gewissheit, dass ein Gewinn tatsächlich ausbezahlt wird. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetprovider über DNS blockieren. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste; die Gespa ersetzt blockierte Domains sehr schnell, das sogenannte Domain-Hopping. Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist in der Schweiz strafbar – bis zu CHF 500’000 Busse (Art. 131 BGS). Wer sich also in Schweizer Werbung mit einem Bonus-Code eines ausländischen Anbieters wiederfindet, schaut in eine Grauzone, die der Werbende verantwortet, nicht der Spielende – was die Sache nicht entschärft.
Spielerschutz: was die beworbene Wette an Selbstbeherrschung voraussetzt
Eine 1×2-Wette ist in Sekunden platziert; sie auszuwerten dauert 90 Minuten. Dazwischen liegt genau jene Zeitspanne, in der die meisten Spielenden mehr riskieren als geplant. Die Schweizer Regulatorik setzt darum nicht auf den Markt selbst, sondern auf den Rahmen: die Verlustlimiten und das Sperrregister, die jedes bewilligte Produkt pflegen muss.
Vor der ersten Online-Teilnahme bei Swisslos müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 (für unter 21-Jährige bei CHF 1’000). Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – eine kleine Verzögerung, die das Impulsive bremst. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Bei der Loterie Romande gilt Entsprechendes. Das BGS schreibt eine Maximalgrenze für Einsätze oder Verluste auf täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Basis vor; die genauen Werte setzt der Veranstalter in seinen Spielregeln fest.
Wer sich selbst sperren will, hat zwei Hebel. Produktbezogen lässt sich der Zugang für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird zusätzlich in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos – inklusive Online-Casinos – und in Liechtenstein gilt. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und nur mit Beteiligung einer Fachstelle. Wer sich für eine Pause von bis zu sechs Monaten entscheidet, kann das mit dem Anbieter direkt vereinbaren.
Ein wichtiger, oft übersehener Punkt: ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Wer trotz Sperre weiterspielt, kann sich am Ende genau auf dieses Geld nicht berufen. Eine 1×2-Wette hat für den Anbieter vielmehr nur Bestand, wenn sie von einer zugelassenen Person platziert wurde. Was die Gespa bei Testkäufen an Verkaufsstellen festgestellt hat, gibt einen Hinweis darauf, wie gut der Jugendschutz vor Ort wirklich greift: 47,5 % der 200 Versuche im Jahr 2025, einen Sporttipp an Minderjährige zu verkaufen, waren erfolgreich. Wer also Minderjährige im Haushalt hat, sollte den Online-Zugang technisch absichern – der Filter der Verkaufsstelle allein reicht statistisch nicht.
Wer den Verdacht hat, dass das eigene Spielen aus dem Ruder läuft, kann sich an die spezialisierten Stellen der Kantone wenden – die Suchtberatung ist kantonal organisiert, und die Gespa verweist auf ihrer Seite auf die jeweiligen Anlaufstellen.
Wettmärkte rund um die 1×2-Wette und wie sich die Quoten zusammensetzen
Die reine 1×2-Wette ist nicht das einzige Spiel auf einen Fussballmatch. Wer auf dem Wettprogramm blättert, begegnet verwandten Märkten, die dasselbe Ereignis nur leicht anders zuschneiden – und sich genau darum für unterschiedliche Lesarten eigenen. Drei davon verdienen eine genauere Betrachtung, weil sie bei der Schweizer Wettlandschaft am häufigsten gewählt werden.
Doppelte Chance. Wer nicht glaubt, dass die Heimmannschaft verliert, aber auch das Unentschieden offenlassen will, kreuzt «1X» an. Wer das Unentschieden ausschliessen will, aber offenlässt, ob Heim oder Gast gewinnt, wählt «12». Wer auf den Auswärtssieg oder Unentschieden setzt: «X2». Die Quote ist jeweils tiefer als die stärkste Einzelquote der beiden Ausgänge, weil die doppelte Chance zwei von drei Resultaten abdeckt. Der Wettanbieter verlangt dafür im Schnitt einen höheren Anteil pro Franken Einsatz – die Marge ist hier meist grösser als bei der reinen 1×2, ein Hebel, den der Markt aber auch bei Live-Wetten anders kalibriert.
Handicap. Wer dem klaren Favoriten einen Vorsprung geben will – etwa bei einem Spiel, in dem die Heimmannschaft als haushoher Favorit gilt –, tippt auf «1 Handicap -1»: Die Heimmannschaft muss also mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, damit die Wette gewinnt. Das Gegenstück «2 Handicap +1» für den Aussenseiter sichert den Fall ab, dass dieser höchstens mit einem Tor Unterschied verliert; bei einem Unentschieden wäre die Wette ebenfalls gewonnen. Die Quote verschiebt sich, weil das Risiko anders verteilt ist. Bei der Schweizer Variante ist das Handicap typischerweise im europäischen Format (0:1, 0:2 usw.), das im Wettprogramm klar ausgewiesen ist.
Über/Unter. Wer auf die Torzahl setzt, ohne eine Mannschaft herauszupicken, tippt auf «Über 2.5 Tore» oder «Unter 2.5 Tore». Das hat mit der 1×2-Wette direkt nichts zu tun, kommt aber in derselben Wettauswahl vor und wird oft neben der Dreiwegwette angeboten, ohne dass die beiden Märkte voneinander abhängig sind. Werden solche unabhängigen Voraussagen desselben Spiels kombiniert, akzeptiert Sporttip das nur über die «Bet-Builder»-Funktion. Swisslos kann eine ohne diese Funktion angenommene Kombination rückwirkend für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Wie die Quoten der drei Ausgänge zusammenpassen: Stellen wir uns einen Markt vor, in dem jede der drei Quoten 1.90 beträgt – ein Beispielmarkt, keine zitierte Notierung. Dann liegt die Auszahlungsquote dieses Marktes bei 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90 + 1/1.90), also bei rund 0’633. Das heisst: Von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt das System im Durchschnitt etwa 63,3 Rappen als Gewinn zurück; die Marge, also der Anteil, der beim Veranstalter bleibt, liegt bei rund 36,7 % – ein hoher Wert, weil dieses Beispiel einen sehr ausgeglichenen Markt mit symmetrischen Quoten zeigt. In der Praxis variiert die Marge je nach Wettbewerb und Markt zwischen rund 4 % und 10 %, je nachdem, wie viel Information die Quoten schon eingepreist haben; bei einem sehr ausgeglichenen Spiel kann sie auch mal gegen 30 % gehen, wenn das System Risiko zuschlägt. Wer das als Band versteht, sieht die 1×2-Wette nicht als Wette gegen den Buchmacher, sondern als Wette mit einem Hausvorteil, der sich nur über sehr viele einzelne Wetten mittelt. Die Rechnung zeigt, weshalb «die Quote ist gut» allein noch kein verlässliches Urteil ist – was zählt, ist die implizite Marge, die in der Quote steckt.
Damit der Gewinn einer einzelnen 1×2-Wette wirklich aufgeht, rechnet das System die Gewinnsumme aus Einsatz mal Quote. Eine Wette von CHF 10 auf Heimsieg zur Quote 1.85 zahlt CHF 18.50, der Reingewinn beträgt CHF 8.50. Bei einer Kombiwette wird die Gesamtquote gebildet, indem die Einzelquoten multipliziert werden – vier Wetten à 1.60 ergeben 6.55 als Gesamtquote; CHF 10 Einsatz zahlen bei einem Volltreffer CHF 65.50, davon CHF 55.50 Reingewinn. Der Auszahlungsbetrag wird beim Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet – wegen dieser Rundung können Kleinstbeträge vom ausgewiesenen Gewinn abweichen, was in der Praxis selten relevant ist.
Wer in der Schweiz 1×2-Wetten anbietet – und wer nicht
Wer in der Schweiz eine 1×2-Wette auf ein Fussballspiel platzieren will, hat genau zwei legal gangbare Wege: Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport. Beide sind bewilligt, beide unterstehen der Gespa, beide führen den Dreiwegmarkt auf den Spielen, die auf der zugelassenen Liste stehen. Was sich unterscheidet, ist die Verfügbarkeit nach Wohnsitz, die Höhe der Limits und das Online-Angebot. Für die Vollständigkeit folgt nach den beiden Bewilligten eine Reihe von Anbietern, die in der Schweiz online Fussballquoten anbieten – aber ohne Schweizer Bewilligung. Sie können in der Folge erwähnt werden, wenn der Vergleich es verlangt; rechtlich bleiben sie aussen vor.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Sitz Basel); BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa |
| Boomerang Bet | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| BetLabel | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| BDMBet | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| Betify | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| Gamdom | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| Roobet | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| BC.Game | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
| Unibet | Nein | Lizenz nicht ausgewiesen; keine Schweizer Bewilligung |
Swisslos Sporttip – beworben, begrenzt, vollständig reguliert
Sporttip gehört zum Verbund der Swisslos, der interkantonalen Landeslotterie mit Sitz in Basel, und ist das eine der zwei in der Schweiz bewilligten Sportwettangebote. Das Produkt trägt den Namen Sporttip; die Regeln sind in den «Spielregeln und Teilnahmebedingungen» Version 4.2 festgelegt. Sporttip deckt 20 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein ab. Online kann nur teilnehmen, wer dort Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat und mindestens 18 Jahre alt ist.
Die Limits sind eng: Mindesteinsatz CHF 1 pro Einzel- oder Kombiwette, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limits jederzeit ändern; eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Das ist im Alltag selten ein Problem, beim Versuch, eine hohe Wette online zu platzieren, fällt es aber auf – wer etwa einen grossen Anteil seines Budgets auf eine Partie setzen will, muss diese in mehrere kleinere Wetten aufteilen. Der maximale Gewinn pro Wette ist ebenfalls gedeckelt, was die Sporttip-Regeln festschreiben.
Die Quote, die bei Sporttip auf der 1×2-Wette angezeigt wird, ist das, was am Ende ausbezahlt wird – abzüglich der Hausmarge, die typischerweise zwischen 4 und 10 % liegt. Live-Wetten sind möglich; eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Resultats platziert wird, wird mit Quote 1.00 gewertet (also als voll zurückbezahlt), und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung – kann die Sporttip-Systeme solche Wetten ebenfalls auf 1.00 setzen. Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out, nie als Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht mehr rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass dieser Mechanismus für jeden Markt verfügbar ist. Die Funktion ist im Übrigen deutlich tiefer angesetzt als der mögliche Gewinn, wenn das Spiel zu Ende gespielt würde.
Wird ein Spiel abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, wird die Einzelwette zurückbezahlt; in einer Kombiwette erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Wer ein Spiel nicht abholt und sich nach Wochen an einen Gewinn erinnert, sollte beachten, dass Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Auswertung geltend gemacht werden, zugunsten des Swisslos-Zwecks verfallen; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erfolgen.
Urteil. Sporttip ist die einzige vollständige Schweizer Lösung für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein – und es ist die richtige Lösung für Spielende, die genau das wollen: ein beworbenes, reglementiertes Angebot, einen klaren Schutzrahmen und die Möglichkeit, sich selber zu limitieren oder sperren zu lassen. Wer mit dem engen Limit pro Wette leben kann und nicht auf internationale Wettbewerbe ausserhalb der Gespa-Liste wettet, ist hier an der richtigen Stelle. Wer mit Limits von CHF 1’000 pro Einzelwette gegen einen Tipp mit grösserem Volumen arbeitet, wird die Plattform an ihre Grenzen führen.
Loterie Romande Jouez Sport – das Westschweizer Pendant
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und ist die andere der zwei in der Schweiz bewilligten Veranstalterinnen. Sitz der Loterie Romande ist Lausanne, mit der Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Vertriebsnetz zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer in Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura oder Wallis wohnt, eröffnet das Online-Konto bei der Loterie Romande; ein Wechsel in den Deutschschweizer Bereich erfordert eine Neueröffnung beim ortsansässigen Veranstalter.
Die Limits bei Jouez Sport liegen beim Mindesteinsatz von CHF 2 online (CHF 3 in Verkaufsstellen, CHF 2 auch für Multiples); der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der maximale Gewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, und alle Gewinne eines Multiples zusammen sind auf CHF 1’000’000 gedeckelt. Die Mindestquote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss bei 1.10 liegen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Definition von «regulärer Spielzeit», das Verhalten bei Spielabsagen und der Umgang mit Live-Wetten sind in den Réglement Jouez Sport, 17e édition (septembre 2024) geregelt. Die 1×2-Wette wird im selben Format angeboten wie bei Sporttip: drei Ausgänge, Quote pro Ausgang, reguläre Spielzeit zählt, Verlängerung nur, wenn im Wettprogramm ausgewiesen.
Urteil. Jouez Sport ist die Westschweizer Entsprechung von Sporttip – gleicher Rahmen, gleiche Regulatorik, leicht tiefere Limits und etwas niedrigere Mindesteinsätze. Für einen Spielenden aus der Romandie ist die Wahl praktisch vorgegeben; es gibt schlicht keine zweite bewilligte Alternative. Wer in einem der Westschweizer Kantone wohnt und ein Konto eröffnen will, kommt an Jouez Sport nicht vorbei – und genau das ist die Folge einer Marktstruktur, die nur zwei Plätze zulässt.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Die übrigen acht Anbieter – Boomerang Bet, BetLabel, BDMBet, Betify, Gamdom, Roobet, BC.Game und Unibet – sind hier aufgeführt, weil die Vergleichsseite in der Schweiz bei Suchanfragen auftaucht. Allen gemeinsam: Sie haben keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsmittel, falls ein Gewinn nicht ausbezahlt wird. Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, riskiert, dass sein Gewinn ausbleibt oder dass eine Auszahlung an die Bedingungen des ausländischen Anbieters geknüpft ist, an die niemand Schweizer Recht anlegen kann. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was zur DNS-Blockade in der Schweiz führt; in der Praxis reagieren die Anbieter mit Domain-Hopping.
Urteil. Für eine in der Schweiz wohnhafte Person, die Fussball auf einer 1×2-Wette setzen will, sind diese Marken der falsche Weg. Was sie bieten – breitere Märkte, höhere Limits, andere Bonusmodelle – ist real, aber es ist eben nicht durch Schweizer Recht geschützt. Wer dennoch bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte sich bewusst sein, dass er genau die Vorteile aufgibt, die das Schweizer System verspricht: Schutz vor Spielsucht über das Sperrregister, eine Beschwerdestelle bei der Gespa und die Sicherheit, dass der Gewinn tatsächlich ausbezahlt wird.
Häufige Fragen zur 1×2-Wette
Was heisst 1×2 bei Sportwetten?
1×2 ist der Name des klassischen Dreiwegmarkts: «1» steht für Heimsieg, «X» für Unentschieden und «2» für Auswärtssieg. Die reguläre Spielzeit mit Nachspielzeit entscheidet, nicht das Resultat nach Verlängerung oder Penaltyschiessen.
Wofür stehen 1, X und 2 auf dem Wettschein?
«1» ist der Tipp auf die Heimmannschaft, «X» der Tipp auf das Unentschieden, «2» der Tipp auf die Gastmannschaft. Die Quote wird für jeden Ausgang separat angegeben; gewonnen ist die Wette nur, wenn der gewählte Ausgang am Ende der regulären Spielzeit zutrifft.
Was unterscheidet die 1×2-Wette von der Doppelten Chance?
Bei der 1×2-Wette deckt die Wahl genau einen Ausgang ab; bei der Doppelten Chance sind es zwei – «1X», «12» oder «X2». Die Quote ist dafür typischerweise tiefer, weil zwei von drei Resultaten ausreichen, und die implizite Marge ist meist grösser.
Zählt bei einer 1×2-Wette auf Fussball die Verlängerung mit?
Nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist. Standardmässig zählt die reguläre Spielzeit plus vom Schiedsrichter angehängte Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen fallen aussen vor. In einem Wettbewerb mit K.o.-Spielen wird dieser Punkt oft separat ausgewiesen.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote. Bei CHF 10 Einsatz und einer Quote von 1.85 sind es CHF 18.50 Bruttogewinn, davon CHF 8.50 Nettogewinn. Bei Kombiwetten werden die Einzelquoten zur Gesamtquote multipliziert, und genau diese fliesst in die Auszahlung ein – mit der Konsequenz, dass der Nettogewinn mit der Anzahl der Beine überproportional wächst, aber auch das Risiko überproportional.
Welche Anbieter sind in der Schweiz für 1×2-Wetten bewilligt?
Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide brauchen je eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung, beide stehen unter der Aufsicht der Gespa, und jede deckt genau ihr Kantonsgebiet ab. Andere Marken, ob mit oder ohne ausländische Lizenz, dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten.
Erstellt von der Redaktion von „Tenniswettenguide”.
